Musikschullehrer Sebastian Krause

Mit dem Musikschullehrer der Musikschule Grassau stellt sich ein Grassauer Kind den Fragen des Interviews. Die Musikschule und die Wolfgang Sawallisch Stiftung begleiteten den Buben bei seinen ersten musikalischen Schritten. Heute lebt er wiedere hier, hat seitdem aber viele Bühnen in Deutschland und der Welt bespielt. Das wird er auch weiter tun. Was treibt ihn an?

Der Lebenslauf

Der Hornist Sebastian Krause stammt aus Grassau am Chiemsee. Seine erste Ausbildung erfuhr er bei Wolfgang Diem an der Musikschule Grassau. Die förderte die Wolfgang Sawallisch Stiftung mit. Er wurde zunächst Jungstudent, später Vollstudent bei Prof. Wolfgang Gaag, studierte weiter bei Prof. Johannes Hinterholzer an der Hochschule für Musik und Theater München. Sebastian Krause sammelte einige orchestererfahrung. Er spielte mit: dem Philharmonisches Orchester des Regensburger Theaters, dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters Coburg, dem Sinfonieorchesters Vorarlberg und den Münchner Symphonikern.

Seit März 2013 ist er Lehrer für Horn an der Musikschule Grassau. Krause leitet mehrere Ensembles, u.a. das Klassenmusizieren an drei Grundschulen. Er wirkt als Dirigent der Jugendkapellen in Grassau und Reit im Winkl sowie der Blaskapelle Reit im Winkl.

Neben zahlreichen beruflichen Verpflichtungen spielt Sebastian Krause als Hornist mit dem Red Socks Brassquintett. Erst 2010 in München gegründet, hat sich das Quintett mit Rita Thiem, Trompete, Philipp Lüdecke, Trompete, Sebastian Krause, Horn, Bálint Garaczi, Posaune, und Florian Mayerhofer, Tuba, mit Auftritten und in Wettbewerben einen Namen gemacht. Die fünf Musiker erhielten ein Stipendium der Stiftung „Yehudi Menuhin: Live Music Now“, den „Bardehle Papenberg Förderpreis“ sowie 2012 den 2. Preis beim Internationalen Jan Koetsier Wettbewerb. 2014 wurden die Musiker in Passau beim Internationalen Wettbewerb für Blechbläser-Ensembles mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Im kommenden Jahr geht es auf Einladung des Goethe-Instituts nach Saudi Arabien.

Die Stärke des Quintetts ist sein breit gefächertes Repertoire. Es spannt von Bearbeitungen klassischer Orchesterwerke bis zu alpenländischer Volksmusik (auch mit Alphörnern), von geistlichen Werken bis in die Popmusik und von Wiener Klassik in die zeitgenössische Blechbläserkammermusik (www.redsocksbrass.de).

Das Interview

Frage: Sebastian, welche Berufsziele hattest du während deines Studiums?
Seit ich 16 oder 17 Jahre alt war, wusste ich, dass ich Horn studieren will. Zuerst wollte ich nur Orchestermusiker werden, doch dann entdeckte ich auch die Freude am Unterrichten. Und nachdem ich bereits während dem Studium in diversen Profi-Orchestern meine Erfahrungen machen konnte, kam ich zu dem Entschluss, dass für mich langfristig gesehen die Mischung aus Unterrichten auf der einen Seite und Musizieren wie z.B. Aushelfen bei verschiedenen Orchestern oder auch Konzerte mit meinen Quintett-Kollegen auf der anderen Seite viel besser zu mir passt.

Frage: Wie war dein Start als Lehrer an einer kommunalen Musikschule?
Ich war ja selbst jahrelang in die Musikschule gegangen und kannte also die Abläufe, den Veranstaltungskanon, die Möglichkeiten der Ensembles sowie alles, was sonst noch mit dazugehört. Dadurch, dass mir der Musikschulleiter Wolfgang Diem immer mit Rat und Tat zur Seite stand, war es ein schöner Einstieg. Zu Beginn war es für mich noch ein bisschen schwierig an alles zu denken, was man beachten muss, wenn man was organisiert, jedoch lernte ich schnell durch die Aufgaben, die ich bekam. Neben dem Horn-Unterricht sollte ich bald auch schon vertretungsweise die Leitung der Musikkapelle Reit im Winkl übernehmen.

Frage: Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Den Vormittag nutze ich zum Üben. Denn ich will ja weiterhin selbst Musik machen, und da heißt’s dranbleiben. Mit den Red Socks beispielsweise starten wir, wenn wir probieren wollen, schon morgens um acht Uhr. Sonst übe ich allein. Und viele Stunden gehen auch mit der Vorbereitung für Unterricht und Orchesterarbeit drauf. An jedem Schultag ist nachmittags Unterricht, abends sind die Proben mit den Erwachsenen oder Konzerte. Die Arbeitswochen-stunden zähl‘ ich schon gar nicht mehr …

Frage: Was liegt dir dabei besonders am Herzen?
Wichtig ist mir, die Kinder und Jugendlichen nach ihren eigenen Fähigkeiten zu fördern. D. h. auch, sie richtig zu motivieren. Ideal ist es, wenn die Eltern ebenfalls dahinter stehen. Das Klassenmusizieren und die Ensembles sind ganz entscheidend für die Motivation der Einzelnen, sie ziehen sich gegenseitig mit. So bin ich gerne Musiklehrer.
Besonders aufmerksam schau ich auf die Zweigstelle Reit im Winkl, wo es mit dem Bläsernachwuchs zahlenmäßig momentan nicht sehr gut steht. So was muss man von unten her aufbauen, und das spielt das Klassenmusizieren eine große Rolle.

Frage: Was würdest du als deine Stärken bezeichnen?
Ich würde sagen: Spontanität. Wenn mir was einleuchtet, packe ich es gerne an. Und da gibt es vieles …

Frage: Welche musikalischen und pädagogischen Ziele hast du?
Selbst will ich unbedingt weiter Musik machen, mich auf eigene Konzerte vorbereiten können. Insbesondere schätze ich Kammermusik. Als meine pädagogische Aufgabe sehe ich es an, den Schülern gutes Handwerk beizubringen. Und Motivation ist wichtig, damit sie sich eigene Ziele stecken können.

Frage: Ein Wort zur Musikschule Grassau?
Die halte ich für sehr gut organisiert, da hat alles Hand und Fuß. Musikalisch hat die Schule ein hohes Niveau, weil alle Lehrkräfte viel Wert auf Qualität legen. So macht das Arbeiten Spaß.

Interview: Uta Grabmüller