Blick über Friedenrath zum Chiemsee, © Markt Grassau

Musikschule

Musikschule Grassau - seit über 30 Jahren Talentschmiede im Achental

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: von 09:00 Uhr - 12:00 Uhr

 

Im Sommer des Jahres 1884 gründete sich in Grassau ein Musikverein, der seitdem das kulturelle Leben durch eine Vielzahl von Konzerten gestaltete. Der Grundstein für musikbegeisterten Nachwuchs war damit für Jahrzehnte vorhanden. Woran es seit den 60er Jahren mangelte, war ein gründliches und umfassendes Unterrichten von Schülern. Deshalb entschied der Marktgemeinderat Grassau, ab Herbst 1975 eine Musikschule in Betrieb zu nehmen. Am 01. Oktober war es soweit. Musikschulleiter Hans-Josef Crump hatte einige Mühe, genügend Musiklehrer für die angemeldeten Schüler zu finden. Schließlich begann der Unterricht für 190 Schüler aus Grassau und Rottau. Die Schülerzahlen nahmen laufend zu, wobei vor allem aus Gemeinden des Achentals immer mehr an den Unterrichtsstunden teilnehmen wollten. Das führte schließlich dazu, dass im Januar 1986 eine Außenstelle in Marquartstein und ab Herbst 1987 eine weitere in Reit im Winkl gegründet wurde.

Wolfgang Sawallisch Stiftung

Ein stetiger Förderer der erfolgreichen Arbeit der Grassauer Musikschule ist der weltberühmte Dirigent Professor Wolfgang Sawallisch, der in Grassau sein Zuhause hat. Seit vielen Jahren unterstützt er die Musikschule seiner Heimatgemeinde Grassau. Zur nachhaltigen Förderung hat er die gemeinnützige Wolfgang Sawallisch Stiftung ins Leben gerufen.

Feierliche Einweihung des neuen Musikschulgebäudes in Grassau

„Die Musikschule hat mit dem Neubau ein Zuhause bekommen, das ihrer Entwicklung und Bedeutung entspricht", sagte Bürgermeister Jantke anlässlich der feierlichen Einweihung des neuen Musikschulgebäudes, die am 24. Februar 2007. Nach dem Festakt präsentierte sich die Musikschule dem Publikum gastfreundlich, offen und sehr klangvoll.

„Jetzt haben wir das, was eine Musikschule braucht: ein neues, eigenes Gebäude und damit die Ausstattung, einen qualitativen, lebendigen und schönen Instrumentalunterricht zu geben,"; sagte Wolfgang Diem, Leiter der Musikschule. Und auch dessen Stellvertreter Otto Dufter war voll des Lobes: „Die neue Musikschule schafft Gemeinschaft. Das Gefühl, hier zu unterrichten, ist ein sehr gutes Gefühl."

Bürgermeister Rudi Jantke: „Heute geht ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Ein neues Haus kann an die Musiker und Musikanten übergeben werden." Er fügte an, dass die alte Musikschule am Birkenweg in einem schlechten baulichen Zustand gewesen sei.

Im Rückblick erinnerte der Rathauschef an die verschiedenen Anläufe der Gemeinde, der Musikschule eine neue Heimat zu geben. Während der Markt in den 80er Jahren den Bau eines Veranstaltungssaales mit einem Trakt für die Musikschule geplant habe, sei dann in den 90ern der Bau eines Musikschulgebäudes, verbunden mit Vereinsräumen, am Birkenweg favorisiert worden. 2001 sei dann die sog. „Hefterlösung" mit Unterbringung der Musikschule im ersten und zweiten Obergeschoss ins Gespräch gekommen. 2005 habe sich der Marktgemeinderat dann aber doch für einen Anbau an die Grundschule entschieden. Diese Lösung hat einige Vorteile. So können die Heizung, die sanitären Anlagen und auch Klassenräume der Volksschule mitgenutzt werden. Die Schulnähe wirkt sich laut Jantke ebenfalls auf die gewünschte Zusammenarbeit zwischen Musik -und Volksschule aus. Die Verbundenheit von Volks- und Musikschule konnte Konrektor Robert Bauer nur bestätigen. Die Einrichtung in Grassau sei nicht als „normale Musikschule" zu bezeichnen, sie gehe weit darüber hinaus. In diesem Zusammenhang sprach Bauer auch über das „Klassenmusizieren", das in Grassau eingerichtet worden sei.

Glücklich über den Neubau der Musikschule Grassau

Der Neubau mit einer Gesamtnutzfläche von 400 m&³2; sei, so Jantke, eine „rundum gelungene Sache". Das Gebäude füge sich harmonisch an das Schulensemble an und lockere die bisherige Westansicht wohltuend auf. Die neu geschaffenen Räume seien hell, freundlich und maßgeschneidert für die Bedürfnisse der Musikschule. Darüber hinaus habe eine gute Raumakustik geschaffen werden können. Im Frühjahr, so versprach der Bürgermeister, werden auch die Außenanlagen fertiggestellt und der Parkplatz neu gestaltet. Die Baukosten von rund 500.000 € seien „sehr gut angelegt" und eine „Investition in die Zukunft der Kinder und in ein lebendiges Musikleben der Gemeinde".

Sehr glücklich über das neue Musikschulgebäude zeigte sich auch Josef Dichtl, Geschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Sing- und Musikschulen. Seinen Respekt zollte er der Gemeinde, die s ich in finanziell schwierigen Zeiten zum Neubau entschlossen habe. Musikschulen seien einem anerkannten Bildungsauftrag verpflichtet, so Dichtl weiter. In Grassau können man 23 verschiedene Instrumente lernen − und zwar mit 26 Lehrkräften.

Ehrenvolle Zusammenarbeit der Musikschulschüler

Große Unterstützung erfährt die Musikschule und vor allem deren Schüler von der Wolfgang-Sawallisch-Stiftung. Laut Zweitem Vorstand Rupert Schauer ist die Möglichkeit einer optimalen Ausbildung mit der neuen Musikschule geschaffen. In den vier Jahren seit der Gründung der Stiftung seien mehr als 80.000 € in die Bildung der Nachwuchsmusiker investiert worden.

Über die gute Zusammenarbeit zwischen Musikschule und Musikverein berichtete dessen Vorsitzender Willi Ettenberger. Der Verein unterstütze nicht nur die Jungedkapelle, sondern auch das Klassenmusizieren. Zu letzterem Zweck habe er für 17.000 € Instrumente gekauft.

Viel Musik gab´s beim Festakt. Das Quintett Brassini eröffnete die Feier einfühlsam und ausdrucksstark. Über das Leben in der alten Musikschule wussten die Geschwister Ramona und Dominik Pfaffinger ein lustiges Lied zu singen. Magdalene Steinbeis und Maximilian Schellenberger gaben einen Einblick in die hohen Anforderungen, die den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert" kennzeichnen. Sie erreichten dort einen 1. und 2. Platz und fahren nun zum Landesentscheid.

Ebenfalls einen 1. Preis erhielten Franziska Wallner (Klarinette) und Verena Bartsch (Klavier), die dem Publikum eine imposante Kostprobe ihres Könnens lieferten.

Auch volksmusikalisch hat die Schule Aushängeschilder wie beispielsweise die Buxbaam-Soatnmusi, die im vergangenen Jahr den begehrten „Traunsteiner Lindl" gewonnen hat, und ebenfalls den Festakt umrahmte.

Wohlwollend folgte auch Professor Wolfgang Sawallisch den musikalischen Hochgenüssen.

Den kirchlichen Segen für das neue Musikschulgebäude spendeten Kurat Michael Nagel und Pfarre Ekkehard Purrer. Beide erklärten, dass Musik und Kirche zusammengehören.

Bei einer anschließenden Besichtigung der Räumlichkeiten konnten sich die Besucher dann von der Akustik wie der Freude der Musikschüler am Spielen überzeugen. Die breitgefächerte Angebot an Instrumenten reichte von der Geige über die Klarinette bis hin zum Klavier, den Bläsern oder der Stubenmusi.