Rottau - Torfbahnhof

Nummer: 22

Torf

Torf war bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg ein wichtiges Heizmaterial und wird heute noch im Gartenbau verwendet.

Deshalb wurde in den Kendlmühlfilzen Torf in großem Stil abgebaut, bis 1992 das Moor zum Naturschutzgebiet Kendlmühlfilzen erklärt wurde.

Um den Torf abtransportieren zu können, baute man 1920 an der Eisenbahnlinie München – Salzburg eine Verladestation, den Torfbahnhof. Er war bis 1988 in Betrieb. Die Anlage liegt teilweise auf Grassauer, teilweise auf Überseer Gemeindegebiet.

Seit 1989 betreut der gemeinnützige und ehrenamtliche Museumsverein Torfbahnhof-Rottau e.V. den Torfbahnhof als Industriedenkmal und hat ihn zum Bayerische Moor- und Torfmuseum Rottau ausgebaut. Hier finden Sie Informationen zur Geschichte des Torfabbaus in den Kendlmühlfilzen, über Hoch- und Niedermoore in Bayern, über den bäuerlichen Handtorfstich und als besondere Highlights eine Nachbildung der Moorleiche Rosalinde und einen keltischen Bohlenweg. Das Museum ist von April bis November geöffnet.

Eine besondere Attraktion beim Besuch des Torfbahnhofs ist eine Fahrt mit der Feldbahn. Der Museumsverein hat einen Teil des ursprünglich 30 km langen Netzes der Feldbahn, mit der in Zeiten des Torfabbaus Arbeiter, auch Strafgefangene der nahen Strafanstalt Bernau, ins Moor gefahren wurden und der abgebaute Torf aus dem Moor zum Torfbahnhof transportiert wurde, wieder hergestellt. Gezogen von der alten Diesellok „Molly“ werden die Besucher auf zu “Aussichtswägen“ umgebauten Loren durch einen Teil des Moores gefahren.

Weitere Informationen: www.torfbahnhof-rottau.de

 

Quellen/Literatur

Hotz, Claus Dieter: Moore im Handel, Moore im Wandel
Hotz, Claus Dieter: Der Torfbahnhof Rottau/Chiemgau 25 Jahre unter Denkmalschutz.