Sonderausstellung im Museum Salz & Moor, © Museum Salz & Moor / Stefan Kattari

Der Burgherr kehrt zurück

Biber, © Gerhard Schwab
Biber

Die Rückkehr des Bibers, der Mitte des 19. Jahrhunderts in Bayern ausgerottet worden war, gab Anlass für die Sonderausstellung 2009 im Museum Salz & Moor. Als größtes Nagetier in Europa schon an sich ein faszinierendes Lebewesen, sorgt der Biber auch anderweitig für Aufmerksamkeit. Wie kein anderes Wildtier ist er in der Lage, seinen Lebensraum nach seinen Bedürfnissen umzugestalten, und gerät darüber auch immer wieder in Konflikt mit menschlichen Interessen. Die Ausstellung wurde von Dr. Klaus Thiele und Gerhard Schwab gestaltet.

Aus dem Beiheft zur Ausstellung:

"Der Biber ist eines der Säugetiere, die uns am meisten faszinieren. Das größte unserer Nagetiere ist perfekt an das Leben in und um das Wasser angepasst. Mit seinem breiten Schwanz, der Kelle, den Schwimmhäuten an den Hinterpfoten, den wie Hände gestalteten Vorderpfoten und seinen mächtigen roten Nagezähnen ist er mit keinem anderen Lebewesen zu verwechseln. Er vermag mächtige Bäume mit über 60 cm Durchmesser zu fällen, um an die schmackhafte Rinde im feinen Geäst der Krone zu kommen.

Der Biber wiegt bis zu 36 kg und wird bis zu 1,30 m lang. Im Mittel lebt er etwa acht Jahre, wenn man die hohe Sterblichkeit der Jungtiere berücksichtigt. Der Biber erreicht schwimmend eine Geschwindigkeit von bis zu zehn Kilometern pro Stunde und kann maximal 20 Minuten lang tauchen. Seinen Sauerstoffbedarf unter Wasser senkt er durch Reduzierung der Herzschlagfrequenz um 20 Prozent. (Quelle: Der Biber, Zahner et al. 2005)

Der Biber ist ein reiner Pflanzenfresser, eine Nahrung, die vergleichsweise wenig Energie liefert. Um möglichst wenig Wärme abzugeben, ist sein Körper daher kompakt und außer beim Schwimmen fast kugelrund. Auch sein dichtes Fell isoliert ihn gut.

Der Biber ist nachtaktiv. Tagsüber döst er mit seiner Familie in seinem Bau, einfachen unterirdischen Wohnkesseln.

Er errichtet aber auch mächtige Burgen aus Schlamm, Steinen und Ästen. Daher der Name Burgherr. Im Winter verlässt er sein sicheres Zuhause nur selten.

Er hat einen hervorragenden Geruchssinn und hört sehr gut. Auch sein Tastsinn ist ausgezeichnet. Sehen ist allerdings nicht seine Stärke.

Der Name des Bibers kommt aus dem Indogermanischen und bedeutet braun."