Stephan Zinner

Stephan Zinner gastierte beim Hefter

Mit seinem neuen Programm "Wilde Zeiten" bescherte Stephan Zinner den Zuschauern eine lustigen Abend

Stephan Zinner beschrieb seine „wilden Zeiten“
Kabarettist begeisterte im Heftersaal

Grassau (tb) – Ob man das kennt, wenn man „sich selbst einholt“, fragte zu Beginn des Kabaretts im vollem Heftersaal Stephan Zinner das Publikum und verwies damit auf die Zeit, in der man merkt, wie man sich in der Erziehung seinen eigenen Eltern angleicht. Aus dem Leben gegriffene Ereignisse und Begegnungen beschrieb der 41 jährige Trostberger, Wahlmünchner und dreifache Familienvater.
Seine Erfahrungen beim Zelten teilte er mit dem Publikum, das sich oft vor Lachen bog und sich in den Geschichten auch wiederfand. Da beschreibt er, wie beim Zeltaufbau die anderen Campinggäste mit Ratschlägen, aber nicht hilfreich, zur Seite stehen, wie sein 15jähriger Sohn, der den Urlaub nur wiederwillig antrat, meuterte, da er kein W-Lan hatte und seine Frau eine ganz andere Vorstellung von Urlaub hat, wie er. Noch unentspannter ging es wohl beim Einkauf für Silvester von statten, den er mit seiner Tochter bewältigen sollte. Als „Dampfkesselsyndrom“ beschrieb er die Horden im Supermarkt, die um die begehrtesten Artikel fochten. Als dann seine kleine zierliche Tochter den großen Mann in der Schlange vor dem Regal unabsichtlich touchierte, drohte die Eskalation, die die Supermarktangestellte in ihren „Birkenstockbomber“ nicht wirklich klären konnte.
Als Wahlmünchner muss man schon einiges ertragen können und sich vor allem mit den Gepflogenheiten der Münchner Verkehrsteilnehmer auskennen. Man sollte es tunlichst vermeiden mit russischen weiblichen Investitionsobjekten an der Ampel zu reden und sollte den Porschefahrer nicht verärgern. Allerdings nützt ein Schnellstart an der Ampel wenig, wenn gegenüber ein Blitzer steht. Zinner berichtete auch über die neue Handy-Generation. Smart-Phones werden nun auch mit eingebautem Airbag geliefert, damit sich die blind durch die Gegend laufenden Nützer nicht verletzten. Zudem sollte man es vermeiden in einem In- Schuhladen nach Turnschuhen zu fragen. Als er den Laden betrat und nach Turnschuhen fragte, wurde er behandelt wie ein Achzigjähriger. Kurzerhand drehte er den Spieß um und mimte dann auch den bewegungseingeschränkten Rentner und brachte den Verkäufer damit aus der Fassung. Seine neuen Sneakers aber, werden ihn an diesen Besuch erinnern. Zinner wusste zudem, wie „Gott“ aussieht, denn diesen habe er am Kiosk getroffen. Der Mann hatte auf seinem T-Shirt unmissverständlich „Gott“ stehen. Noch viele weitere Begebenheiten konnte Zinner aufzählen, erklärte, dass die Meinung einer fünfjährigen gewichtiger sei als seine. Viele erkannten sich in seinen Geschichten wieder und lachten, wie Zinner die Storys ausschmückte.
Auch seine Lieder hatten es in sich, drückten Lebenslagen aus und dies in unterschiedlichen Rhythmen. Die Zuhörer waren so begeistert, dass sie den Kabarettisten erst nach drei Zugaben von der Bühne entließen. tb