Frühlingskonzert Staudach alle

Frühlingskonzert der Musikschule verzaubert Publikum

Staudach-Egerndach. Spätestens seit der Gründung der Zweigstelle Staudach-Egerndach der Musikschule Grassau vor zwei Jahren beweisen sich die Menschen dort als Musikliebhaber, sei es als Schüler, sei es als Zuhörer. So ließ das Frühlingskonzert der Musikschule in der Pfarrkirche St. Andreas von Beginn den Funken überspringen. Für alle wurde der Abend ein besonderes Ereignis.
Lehrer und Schüler der Zweigstelle Staudach-Egerndach trugen dieses Konzert. Zweigstellenleiter und Musiklehrer Johann Baptist Schmuck konnte aus dem Vollen schöpfen. „Die Rückmeldungen für die Beiträge der Schüler und Lehrer zum Konzert hätten gleich zwei Abende füllen können“, schmunzelte er. Das ermöglichte ein Programm, das so wunderbar auf den Titel Frühlingskonzert zugeschnitten war. Lebendige, aufmunternde Musik zur Jahreszeit bestimmte den Abend mit erstaunlichen Höhepunkten.
Der Auftakt in der Kirche war beeindruckend. Schmuck dirigierte gleich vier Alphörner, die vom Altar in den Mittelgang der Kirche reichten. Neben Musikschulleiter Wolfgang Diem sorgten drei junge Schüler für den mächtigen Auftakt, auch wenn das Stück „Ausklang“ hieß.
Junge Schüler bestimmten weiter das Bild. Selbstbewusst traten sie vom Rande des Altarraums, wo die Mitwirkenden mit ihren Instrumenten warteten, nach vorn. Mit der Ziach allein vor dem Altar unter dem Eindruck des hohen Kirchenschiffes und der vollen Besucherreihen ist schon eine Herausforderung. Stefan Seehuber löste das überzeugend, genauso wie die jungen Miriam Holzner und Emily Stark im Duo am Klavier.
Volksmusik erklang, wie beim zünftigen Huber Boarischen mit Anton Höger, Ziach, und Korbinian Huber auf der Trompete.  Sehr eindrucksvoll und schön Magdalena Seehuber und ihre Lehrerin Sabine Huber an der Zither. Zumeist waren es Ensembles, in denen die Schüler ihr Können bewiesen. Das Können der Schüler war überzeugend und das so schwierige Zusammenspiel funktionierte erstaunlich gut. Je älter die Schüler wurden, so anspruchsvoller ihr Spiel.
 Im lebendigen Grünsteiner Walzer mit Matthias Schwarz und Anton Höger auf der Ziach gab die Gitarre von Stefan Prandtner das Tempo vor. Besonders zart und fein das Menuett aus Imst mit Lehrerein Sabine Huber und ihrem Mann im Saitenduo mit Zither und Gitarre. Eine ganze Reihe von Musikanten scharte Lehrer Stefan Prandtner im Pfaffenhofer Orgelstück um sich. Zwei junge Burschen, Anton Kluger und Moritz Holzner, lösten gleich in zwei klassischen Stücken die Herausforderungen im Zusammenspiel zweier Posaunen und beeindruckten das Publikum. Ähnlich gelang das Theresa Kluger, Horn, im Zusammenspiel mit Lehrerin Alessandra de Crescenzo, Klavier.
In der Klaviersonate von Mozart waren Regina Hildebrand und Herbert Höhnle, Tenorhorn, ein schönes Beispiel, dass in Staudach-Egerndach gerade auch erwachsene Schüler oft erstmals zum Instrument greifen und zum Beispiel in der Bläserklasse große Fortschritte machen.
Immer mehr glitt der Abend von nun an in die Klassik. Die Herausforderungen der Stücke zogen spürbar an. Immer mehr bestimmten musizierende Lehrer das Programm. Da nahm ein Sextett aus Bläsern mit Flöte und Al-Saxophon die Bühne ein und Johann Baptist Schmuck dirigierte die Anmut aus Telemanns vier Temperamenten. Wunderbar klar und rein stieß darin die Trompete von Lehrer Stefan Fußeder hervor und begeisterte im Solo das Publikum.
Besonders eindrucksvoll der kräftige, das Kirchenschiff füllende Gesang von Johanna Hüttenhofer-Fußeder und Konstanze Hüttenhofer in „Stabat mater dolorosa“, angenehm zurückhaltend begleitet von Johann Schmucks Barockposaune und Stefan Fußeders Akkordeon.
Das nächste Stück riss das Publikum mit. Gab es schon den ganzen Abend starken, begeisterten Beifall, jetzt erklangen dazu Beifallsrufe, als Stefan Fußeders Akkordeon ein ganzes Orchester ersetzte und scheinbar die Violinen im Winter aus Vivaldis vier Jahreszeiten lebendig wurden. „Unglaublich“ und „erstaunlich“ fand das begeisterte Publikum sein Spiel. Doch die Spannung ließ nicht mehr nach. Schülerin Hannah Kink meisterte souverän den Solopart der Flöte in Mozarts Andante in C-Dur mit Alessandra de Crescenzo am Klavier. Wunderbar die Lehrer Stephan Prandtner und Stefan Fußeder im Akkordeon-Duo. Während das wunderbare Konzert dem Ende zustrebte, überraschte Jakob Wander mit seiner Trompete von der Empore der Kirche, begleitet von Stefan Unterhuber an der Kirchenorgel. Der Alpenmarsch mit dem Saitenduo Huber setzte den Schlusspunkt unter einen wunderbaren, begeisternden Konzertabend, bevor die Alphörner von Johann Schmuck und Wolfgang Diem auch den Schluss des Konzertes setzten.
Noch einmal ein Moment, der den stillen Mitwirkenden des Konzertabends herausstellte: die Pfarrkirche St. Andreas. Sie mit ihrem weiten Raum, der guten Akustik und dem wunderbaren Bild trug kräftig zum Gelingen des Konzertes bei. „Was für ein schöner Abend, was für ein musikalischer Reichtum“, freute sich Musikschulleiter Wolfgang Diem unter dem Beifall des Publikums. Diem dankte warmherzig den vielen Mitwirkenden und dem Zweigstellenleiter Schmuck für das besondere Erlebnis. Er sah aber auch die Gemeinde Staudach-Egerndach, die die Zweigstelle als „Investition in die Zukunft“ begreife und die Musikschule engagiert unterstütze.
fg