Luftbild Grassau Zentrum, © Hans Vodermeier, Publicdesign

Hochwasserschutz Tiroler Ache

Amtliche Bekanntmachung Nr. 105/2018

Erlass einer Verordnung über das Überschwemmungsgebiet für die Tiroler Achen auf dem Gebiet
der Gemeinden Bergen, Grabenstätt, Grassau, Marquartstein, Schleching, Staudach-Egerndach,
Übersee und Unterwössen im Landkreis Traunstein, von Flusskilometer -0,400 bis zur Landesgrenze
(Gewässer 1. Ordnung)
Bekanntmachung

Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hat das Überschwemmungsgebiet an der Tiroler Achen auf der
Basis aktualisierter Datengrundlagen und fortgeschrittener Berechnungsmethoden neu ermittelt. Die
Verpflichtung, Überschwemmungsgebiete zu ermitteln und zu kartieren, ergibt sich aus Art. 46 Abs. 1
Bayerisches Wassergesetz (BayWG).

Nach § 76 Abs. 2 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sind die Länder verpflichtet, innerhalb der
Hochwasserrisikogebiete die Überschwemmungsgebiete für ein HQ 100 festzusetzen.
Der gesamte Abschnitt der Tiroler Achen zwischen der Landesgrenze und der Mündung in den
Chiemsee liegt innerhalb des Hochwasserrisikogebiets und ist daher verpflichtend als
Überschwemmungsgebiet festzusetzen.

Grundlage für die Ermittlung des Überschwemmungsgebiets ist das 100-jährliche Hochwasser
(Bemessungshochwasser - HQ 100). Ein 100-jährliches Hochwasser wird im statistischen Mittel in 100
Jahren einmal erreicht oder überschritten. Da es sich um einen statistischen Wert handelt, kann
dieser Abfluss innerhalb von 100 Jahren auch mehrfach auftreten.

Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist eine Neufestsetzung des Überschwemmungsgebiets an
der Tiroler Achen beabsichtigt. Der Umgriff des geplanten Überschwemmungsgebiets ist aus dem
beiliegenden Lageplan ersichtlich.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Überschwemmungsgebiet nicht um
eine behördliche Planung handelt, sondern die Ermittlung und Darstellung einer von Natur aus
bestehenden Hochwassergefahr.

Die geplante Festsetzung des Überschwemmungsgebiets und die Auslegung der dafür maßgeblichen
Unterlagen werden hiermit öffentlich bekannt gemacht.

Der Verordnungsentwurf vom 05.03.2018 liegt zusammen mit dem Erläuterungsbericht, einem
Übersichtslageplan vom 15.12.2017 im Maßstab M 1: 35.000 und Detailkarten im Maßstab M 1: 2.500

ab Montag, den 09.07.2018

auf die Dauer eines Monats

bis Donnerstag, den 09.08.2018

auf Zimmer Nr. 5 des Rathauses in Grassau

während der allgemeinen Dienststunden zur Einsichtnahme auf.

Bedenken und Anregungen (Einwendungen) sowie Stellungnahmen von Vereinigungen nach Art. 73 Abs.
4 Satz 5 Bayerisches Verwaltungsverfahrensgesetz (BayVwVfG) zum Verordnungsentwurf und den
zugrunde liegenden Unterlagen können nur während der Auslegung und in der Zeit bis zu zwei Wochen
nach Ablauf der Auslegungsfrist (=Einwendungsfrist), d.h. bis zum

-    beim Landratsamt Traunstein, Postfach, 83276 Traunstein, bzw. Kernstr. 4, 83278 Traunstein,
Zimmer Nr. DG 03 bzw. EG 06,
oder

bei der Geschäftsstelle des Marktes Grassau, Zimmer Nr. 11

schriftlich oder zur Niederschrift vorgebracht werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass
1. zur Überschwemmungsgebietsfestsetzung rechtzeitig vorgebrachte Bedenken und Anregungen
sowie Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange nach Ablauf der
Einwendungsfrist mit dem Träger des Vorhabens, den Behörden, den Betroffenen und den Personen
bzw. Stellen, die Bedenken und Anregungen vorgebracht haben, erörtert werden;
2. der Erörterungstermin mindestens eine Woche vorher in den Gemeinden, in denen auch die
Auslegung erfolgt ist, ortsüblich bekannt gemacht wird und die Behörden, der Träger des Vorhabens und
diejenigen, die Bedenken und Anregungen vorgebracht haben, in der Regel schriftlich eingeladen
werden;
3. die Personen, die Bedenken und Anregungen vorgebracht haben, oder die Vereinigungen, die
Stellungnahmen abgegeben haben, von dem Erörterungstermin durch öffentliche Bekanntmachung
benachrichtigt werden können und auch die Unterrichtung über die Gründe einer Nichtberücksichtigung
vorgebrachter Bedenken und Anregungen (Einwendungen) durch eine öffentliche Benachrichtigung
ersetzt werden kann, wenn mehr als fünfzig Benachrichtigungen oder Zustellungen vorzunehmen sind;
4. Einwendungen, die durch E-Mail vorgebracht werden, nicht der Schriftform genügen und
deshalb nicht berücksichtigt werden können;
5. bei Ausbleiben eines Beteiligten im Erörterungstermin auch ohne ihn verhandelt und
entschieden werden kann.
Der Text dieser Bekanntmachung kann auch im Internet auf der Homepage der Gemeinde unter www.grassau.de eingesehen werden.

Grassau, den 25.06.2018
Jantke, 1. Bürgermeister