Christian Springer

Christian Springer beim Hefter

„oben ohne“ politische empfohlen Der Kabarettist Christian Springer im Heftersaal Grassau. „Wenn man Uli Hoeneß wirklich hätte bestrafen wol-len, hätte man ihn zum 60er-Präsidenten gemacht“ meinte Chris-tian Springer bei einer seiner vielen, unerwarteten Feststellungen zur aktuellen Zeitgeschichte, was mit tosendem Applaus im sehr gut besuchten Heftersaal belohnt wurde. Einen höchst anregen-den, unterhaltsamen Abend, gestaltete der ausFunk und Fernse-hen bekannte Kabarettist in Grassau. Mit seinem Programm „oben ohne“ – lieferte er dem Publikum über zwei Stunden lang ein wahres Feuerwerk an Gedanken, Ideen, Pointen – meist zur aktuellen Politik und dem Zustand unserer Gesellschaft. Mit oft Haare sträubenden, weit hergeholten Assoziationen, die dadurch nur um so mehr die Lachmuskeln strapazierten, überschüttete Springer die staunenden Zuhörern – ohne auch während der Pause und hinterher, nur die geringsten Anzeichen von Ermü-dung zu zeigen. Als Kabarettist aus Leidenschaft riss er nicht nur kleine Witzchen über den Zynismus der Politik, sondern es war authentisch spürbar, dass er ein echtes Anliegen hat, seine Zuhörer aufrütteln will, sich zu engagieren. „Gaudi und Wut, gewürzt mit Nachdenklichkeit“, wie es in der Vorschau zur Ver-anstaltung zu lesen war. Dabei geht es Springer vor allem um die katastrophale Situation der Flüchtlinge im Nahen Osten – „elf Millionen Menschen auf der Flucht, davon die Hälfte Kinder“, sagt Christian Springer. Vor drei Jahren gründete er den Verein „Orienthelfer“, dessen Leiter er ist. Persönlich fährt er häufig, manchmal zweimal im Monat, nach Syrien, Jordanien, den Libanon, um sich vor Ort zur informieren, aber auch um die vielen Spenden, die sein Verein inzwischen bekommt, in die richtigen Hände zu leiten. Unter anderem sammelt Christian Springer auch Stofftiere für die Flüchtlingskinder. „Die sind psychologisch ungeheuer wichtig für die Kinder, oft der einzige Freund“, sagt Springer im Ge-spräch mit unserer Zeitung. Es gibt zwei Sammelstellen für die Stofftiere, die sich im Internet finden lassen. Zu Grassau hat Christian Springer seit langem eine besonders gute Beziehung. Schon mehrmals trat er im Heftersaal auf und unterstützte auch die Gemeindebücherei Grassau bei ihrer Initiative einer „Asylothek“ im Jugendtreff. Hier gibt es muttersprachliche Bü-cher, zum Beispiel in arabischer, englischer, französischer und anderen Sprachen, die sich die über 120 in Grassau unterge-brachten Asylbewerber und auch die aus anderen Gemeinden unkompliziert ausleihen können. Ohne Unterbrechung durch Musik oder andere Darsteller zog Christian Springer sein bisweilen anstrengendes, viel Aufmerk-samkeit erforderndes Einmannprogramm durch. Die Besucher lauschten aufmerksam, meist war es mucksmäuschenstill im Saal, manchmal kurz unterbrochen von Raunen, oft von Zwi-schenapplaus und Lachen. Hinterher nutzten viele Besucher die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit dem Kabarettisten und zu Infos über den Verein „Orienthelfer“, die auch im Internet zu finden sind. gi