Bayrischer Sternschnuppenschwarm singend in Grassau gelandet

Bayrischer Sternschnuppenschwarm singend in Grassau gelandet

Ein Familienkonzert mit den Chören der Musikschule

Im Grassauer Heftersaal war ein Juchezzn und Summen und Schnattern zu hören: Das stammte vom lebhaftesten Publikum, das hier jemals gesehen wurde. Voll besetzt waren die Reihen mit Eltern, Großeltern und vielen, vielen Kindern vom Babyalter aufwärts, als Margit Sarholz und Werner Meier vom Musikverlag „Sternschnuppe“ mit den kleinen Sängerinnen und Sängern der Musikschule Grassau ihre neue CD „Drunt in da greana Au“ vorstellten. Sie enthält 16 „bayerische“ Kinderlieder – besser passen würde das Wort „bairisch“, mit dem Brauchtum und Mundart gemeint sind.
Die Chorkinder, vierzig an der Zahl und alle im Grundschulalter, präsentierten sich selbstbewusst in Dirndlgwand und Lederhosen vor dem großen Publikum. Chorleiterin Sandra De Crescenzo und Grundschullehrerin Elisabeth Lewerentz hatten mit den Kindern seit Monaten die Lieder in bairischer Mundart einstudiert, die sie nun zu Gehör bringen durften. Schon im vergangenen Sommer waren einige Stücke in der Grassauer Schule aufgenommen worden, die nun auch auf der CD zu hören sind. Und den Kindern kommt das Bairische leicht von den Lippen, egal von welcher Muttersprache sie ausgehen. Also erlebte der ganze Saal die spannenden Geschichten vom „Katzerl, des davo is“, vom Bimperlwirt, von „de zwoa Brodbrösl“, vom „Wind, der waht“, vom spazierengehenden Kühlschrank und von der „Kuah, die wollt ins Kino geh“. Nicht zu vergessen die Klagen des Osterhasen, dem jetzt harte Arbeit bevorsteht …
Traditionelle und moderne Melodien wechselten sich ab, immer in verschiedenen Rhythmen und eingängigen Tonfolgen gesetzt. Die sehr gute Chorleistung, die die Grassauer Grundschulchöre dank Sandra De Crescenzo immer wieder beweisen, war eine hervorragende Basis für die leichte und heitere Darbietung im Konzert. Margit Sarholz und Werner Meier (Gitarre) moderierten das Konzert in gewohnt humorvoller Weise und begleiteten die Kinder beim Singen. Auch das Publikum erhielt viele Gelegenheiten mitzumachen. Seitens der Musikschule bereicherte eine kurzfristig zusammengestellte Band den Nachmittag zugkräftig: Pauline Zeitel (Klarinette), Moritz Grabmann (Klarinette und Saxophon), Fabian Feselmayer (Gitarre), Peter Gassner (Tuba), Wolfgang Diem (Posaune), Alex Mayer und Kilian Nißl (Trompete), Julian Steffl und Jakob Ngom (Schlagwerk). Die fünfköpfige „Räuberbande“, ein sehr junges Bläserensemble, gab dem Konzert noch eine eigene Note; es spielte einen Landler, der aufgenommen und gleich darauf wieder abgespielt wurde, wozu alle Fünf fachmännisch schuhplattelten.
Bairisch in Bild und Ton: Nach zwei Stunden voller leidenschaftlich gesungener und gespielter Musik zogen die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer begeistert davon – vielleicht hat so der Chiemgau eine neue Generation fürs Singen und Musizieren gewonnen. – ug