Bairische Sprache in Grassau

Grassau – aus dem Kulturleben der Marktgemeinde

Grassau – aus dem Kulturleben der Marktgemeinde

Literarisches Grassau

Um die Literaturhaben sich mehrere Grassauer verdient gemacht, einige davon auch durch Mundarttexte.

 

Dr. Michael Ehbauer (Sohn des Autors der „Baierischen Weltgschicht“) lebte und praktizierte in Grassau von 1984 bis1989. Er schrieb viel für Vereins- und Musikveranstaltungen (dazu auch kleinere Veröffentlichungen, z.B. „Grassauer Musikg’schichten“ mit Anekdoten aus der Dorfgeschichte in Mundart). Ehbauer lebt seither in Petershausen bei Dachau und publiziert weiterhin (u.a. „Letztes Trumm der Baierischen. Weltgschicht“ (s. S. 9), „Ehbauers Doktorbuch: Hauptsach Gsund san ma“.)

Otto Fries (1902-1980) wurde in Neuburg an der Donau geboren, lebte lange in München und war während der letzten Lebensjahre in Grassau und Marquartstein. Sein Nachlass befindet sich in Grassau. Zwei Gedichtbände liegen veröffentlicht vor: „Vom Advent zur Jahreswend“, „So san d’Buam und so d’Leut“. (s. S. 10). Gemeinsam mit Gerhard Lechner (Musik) schrieb er die „Chiemgauer Messe, gewidmet den Trachtlern des Chiemgau-Alpenverbands“. Fries war Verfasser zahlreicher Mundartgedichte wie „Allerhand durchanand“ und mehrerer Theaterstücke.

Hildegard Mohr-Reuter: Die Mundartdichterin (und frühere Zahnärztin) aus dem Tegernseer Raum lebt seit zehn Jahren in Grassau. Sie veröffentlichte drei Gedichtbände: „Tegernseer und andere Geschichten“, „Geschichten aus Münchens Osten, Westen, Norden und Süden“, „Wos ois bassiert“. Sie ist Mitglied im Verein „Baierische Sprache und Mundarten Chiemgau e.V.“

Das Ehepaar Johann Ramsauer und Frau Annemarie verbringt in Grassau seinen Lebensabend: sie eine gebürtige Grassauerin, er Niederbayer. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Liedtexte, die er für seine Frau schrieb. Sie hatte als Sängerin volkstümlicher Lieder sehr großen Erfolg. Beispiele für neuere Texte: Das Papstlied (2006), Eisbär Flock Wuzzeli (2008).

Der Journalist und Reiseschriftsteller August Sieghardt (1887-1961) zeichnete sich durch zahlreiche Beiträge zu Geografie, Geschichte, Kunst und Kultur aus. Er befasst sich v.a. mit Regionen in Franken und Oberbayern. Aus seinen zahlreichen Veröffentlichungen sind zu nennen: Der „Chiemgau. Land der Berge und Seen zwischen Inn und Salzach. Ein Heimat- und Reisehandbuch“ (1949), „Altbaierische Wanderschaft“ (1950); „Bayerisches Hochland. Landschaft, Geschichte, Kultur, Kunst“ (1964). Der gebürtige Nürnberger zog nach dem Krieg nach Grassau, wo inzwischen eine Straße nach ihm benannt ist. Sein Nachlass befindet sich im Gemeindearchiv Grassau und wird ausgewertet im Rahmen der Reihe „Geschichte der Marktgemeinde Grassau“ im Band „Ortsgeschichte für das 19. und 20. Jh.“

Robert Höpfner, geboren 1954 in München, seit 1981 in Grassau, Geschäftsleiter der Marktgemeindeverwaltung, veröffentlichte drei Bände mit Lyrik und Kurzprosa: „Querfeldein“, „Die mythischen Orte sterben aus“, „Die Fliege im Brennholz“. „Seine Lyrik und lyrische Prosa zeichnen sich sowohl durch eine gekonnte Poetisierung alltäglicher Wirklichkeit, zugleich aber auch durch die schneidende Schärfe seiner Bilder aus. Höpfner kann als - im positivsten Sinne - moderner Volksdichter begriffen werden.'' (Literaturmagazin Volksfest).

Derzeitige Aktivitäten im Bereich Literatur:

- Die „Grassauer Bauernbühne“ bringt pro Jahr zwei Stücke in Mundart heraus (zahlreiche Vorstellungen im Heftersaal).

- Die Bücherei Grassau veranstaltet jährlich den „Literarischen Herbst“ mit vier Veranstaltungen, von denen eine sich stets mit regionaler Sprache bzw. Literatur befasst.

- Die Musikschule Grassau, Abt. Volksmusik, legt Wert auf baierisches Liedgut, z.B. beim jährlichen „Adventsingen“ in der Pfarrkirche oder im Volksmusik-Unterricht - so haben z.B. die Geschwister Pfaffinger, Schüler von Sabine Huber, im Herbst 2009 eine Aufnahme mit dem BR machen dürfen. Auch bei den jährlichen „Grassauer Volksmusiktagen“, die Otto Dufter von der Musikschule Grassau unter Mitwirkung von Siegi Götze organisiert, geht es u. a. um Volkslieder.

- Der Arbeitskreis Kultur der Agenda 21 Grassau bietet seit 2009 verschiedene Veranstaltungen zu Literatur und Sprache an, darunter das „Literarische Café“ beim Klaushäusl und „Literaturtreff in der Grassauer Bücherei“ (u.a. Schreibwerkstatt).

- Der Kulturkreis betreut auch das neue „Grassauer Kinder- und Jugendtheater“. Das im Herbst 2009 gegründete Ensemble wird sein erstes Stück unter der Regie von Bernhard Schmidl im Frühjahr herausbringen. 22 Grassauer Kinder und Jugendliche werden bei der Premiere auf der Bühne stehen (Infos bei Angelika Drost, Tel. 08641/2795).

 

 

Uta Grabmüller, RM,

Quellen, Unterlage der Gemeinde Grassau, die freundlicherweise Herr Höpfner zur Verfügung gestellt hat.
 

Der Link zum original Artikel: www.bair-sprache-chiemgau.de/land-und-leute/unser-land/93-grassau-aus-dem-kulturleben-der-marktgemeinde