Werkstatt Kesslfligga mit "Wurznoim"

Werkstatt Kesslfligga mit "Wurznoim" Werkstatt Kesslfligga mit "Wurznoim"

„Die schaurig-schöne Gschicht von da Wurznoim“
Werkstatt Kesslfligga präsentierte einzigartiges Mundart Musical

Mundart und Musical müssen sich nicht ausschließen, wie eindrucksvoll die „kesslfligga“ Bettina und Jochen Nistler gemeinsam mit elf Laienschauspielern und Musikern im Grassauer Hefterstadel unter Beweis stellten. Imposant, lehrreich, musikalisch hochinteressant, aber auch mit einer gehörigen Portion Humor entführten die Schauspieler, Sänger, Musikanten in die Bergwelt, weit hinauf bis zum Wurznsenn. Das Publikum, soweit es der bairischen Sprache mächtig war und den Sinn verstanden hatte, war schlichtweg begeistert. Und wer eine nähere Erläuterung brauchte, für den konnte die Erzählerin einiges zum Verständnis beitragen.
Die Geschichte beschreibt das Leben auf der Alm, fernab von Technik und im Einklang mit der Natur. Der Wurznsenn, gespielt und gesungen von Bettina Nistler, ist mit sich und seinem Leben auf der Alm zufrieden. Die alten Bräuche sind ihm wohl bekannt. Dann verirrt sich ein „Breiss“, gespielt von Peter Stinauer auf die Alm. Er lernt beim Senn nicht nur das Holzhacken, sondern auch das Fluchen und Saufen, denn der Schnaps des Senns hat es in sich. Allerdings ist der Senn wohl mehr mit Schnapsbrennen als mit dem Aufpassen auf die Kälber beschäftigt, sodass „da Bauer“(Werner Gromes) selbst hinauf steigen und den Senn zur Rechenschaft ziehen muss. Mit einem Schnaps kann der Bauern versöhnt werden. Es folgt ein rechtes Saufgelage. Doch dann zieht ein Gewitter auf. Übrigens hatten die Kesslfligga auch einen Techniker (Werner Kluge) zur Hand, der Blitz und Donner in Szene setze, aber auch die verstrichene Zeit wiedergab. Der Wurznsenn besinnt sich der alten Bräuche, der Wetterkerzn, dem Verbrennen von geweihten Palmzweigen und dem umgedrehten Reisigbesen vor der Tür, damit die „Wedahex“ nicht in die Hütte kann. Weder Bauer noch Breiss können mit den alten Bräuchen etwas anfangen und lachen den Senn aus. Plötzlich klopft es an der Tür und eine junge Frau, die nicht mit ihren Reizen geizt, steht vor der Tür. Bauer wie Breiss sind begeistert und gleich Feuer und Flamme und auch der Senn ist, nach einiger Zeit, nicht abgeneigt. Die Magd schafft es schließlich die Männer gegeneinander aufzubringen und so in Rage zu versetzten, dass Breiss und Bauer mit einander kämpfen und sich umbringen. Dem Senn gelingt es mit einem Drudenmesser sich den Klauen der Frau zu entziehen und schließlich wird deutlich, dass tatsächlich die „Wedahex“ (Manuela Pink) ins Haus konnte.
Die Geschichte wurde durch Songs unterschiedlicher Stilrichtung von Jimi Hendrix, Bob Dylan, Udo Jürgens bis zu Louis Armstrong unterbrochen und hervorragend durch Eigenkompositionen von Jochen Nistler ergänzt. Gerade diese Verbindung zwischen Musik und Bauerntheater, Komödie und Mundart, dazu Erzählungen machte dieses Stück so kurzweilig und zu einem spannenden, überraschenden und amüsanten Erlebnis. Gearbeitet wurde natürlich mit vielen gewollten Übertreibungen. Der verdiente Lohn war ein lang anhaltender Applaus. Tb