Herbert&Schnipsi zu Gast mit "Weil wir uns net geniern"

Herbert&Schnipsi im Heftersaal Herbert&Schnipsi im Heftersaal

„Herbert und Schnipsi“ – großartiges Kabarett im Heftersaal
Was ist das Wichtigste in der Ehe? Durchhalten, so die Lebensweisheit von Herbert und Schnipsi, die auf der Grassauer Hefterbühne mit ihrem Programm „weil mir uns net geniern“ einen großen Erfolg feierten. Erst nach der dritten Zugabe entließ das Publikum zufrieden das Kabarettistenduo.
Manuela und Holger wollen heiraten und wie gratuliert man heutzutage? Natürlich mit einem Video, das die beiden auf der Bühne drehen. Natürlich wird das Publikum gleich mit einbezogen und schließlich fangen Schnipsi (Claudia Schlenger) und Herbert (Hanns Meilhammer) zu philosophieren an, denn heiraten darf schließlich „a jeder Depp und für alles andere braucht man einen Führerschein“. Schließlich sei erwiesen, dass es eine Harmonie zwischen Mann und Frau nicht geben kann. Aber irgendetwas muss es doch geben, was zueinander hinzieht, vermutet Herbert. Die beiden betrachten sich, teils respektlos, teils kritisch und dann wieder liebevoll mit so viel Wahrheit wie man eben gerade vertragen kann. Aus den Zwiegesprächen hört man es genau, die Vertrautheit zwischen den Partnern, nicht immer ernst gemeinte Beschimpfungen, die nur möglich sind, weil man sich schließlich schon so lange kennt und jeder weiß, wie weit er gehen kann. Wenn die Lebensversicherung ausgezahlt wird, ist dies für Herbert kein Grund zur Freude, denn „jetzt ist es soweit, jetzt sind wir alt“, folgert er daraus. Das Publikum bog sich bei der Szene mit der falschen Todesanzeige vor Lachen. Schnipsi konnte hervorragend die einfühlsame, trauernde „Nichtwitwe“ am Telefon mimen, die den Anrufern zu verstehen gab, dass ihr Mann gar nicht tot ist. „Erst wenn ma tot is, lernt ma seine Freunde richtig kennen“, so Herbert. Den Weihnachtsbraten aus der Mülltonne fischen, dabei auf so manches Relikt aus vergangener Zeit stoßen, gehörte ebenfalls zum Programm. Da wurde die Schiesser zum Lappen für das sonntägliche Autoputzen entdeckt und das Mobile zum Geduldspiel. Szene für Szene überraschten die beiden auch mit neuen Kostümen und mit ihren Gesangeinlagen, begleitet von skurrilen Instrumenten. Urkomisch trippelte Schnipsi im „Giftschwammerlkostüm“ auf die Bühne, während Herbert lieber als Kommissar mit Glasauge auf den Faschingsball gehen würde. Szenen einer Ehe wurden dem Publikum präsentiert, wie sie jeder kennt, vielleicht etwas überspitzt, aber äußerst humorvoll. Den Grassauer Zuschauern jedenfalls gefiel es und so wurde die Vorstellung mit viel Applaus belohnt. tb

 

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