Auf dem Weg zu „Standing Ovations“

Jugend Konzert 2011 Jugend Konzert 2011

von Uta Grabmüller

Auf dem Programm standen sie immerhin schon, die „Standing Ovations“ Mit diesem Stück von Martin Klaschka. eröffnete das Kinderorchester Grassau seinen Part im großen Jugendkonzert am vergangenen Freitag im Heftersaal. Über dreißig Kinder spielten unter der Leitung von Capucine Mühlbauer ihre Stücke mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad schon souverän und selbstbewusst. Sie haben bereits ein recht ansehnliches Repertoire, das von Pop bis zum „Boarischen Hiasl“ reicht. Und als Beispiel für beste Theatermusik trugen sie „The Tempest“ von Robert W. Smith vor, dramatisch gestaltet und mit offenkundiger Musizierfreude dargeboten. Unter den Mitgliedern des Grassauer Kinderorchesters ist auch das Bläserquartett, das heuer im Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ hervorragend abgeschnitten hatte. Die Dirigentin sprach dem ersten Leiter der Musikschule Grassau Hans-Josef Crump auf eine ganz besondere Weise ihren Dank für seine Pionierarbeit aus: Crump, der krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte, nahm während eines Stücks telefonisch teil am Auftritt des Kinderkonzerts. Eine liebenswürdige Idee von Capucine Mühlbauer.
Nach der Pause wurde die Bühne des Heftersaals eingenommen von der Jugendkapelle, die seit Herbst 2009 unter der Leitung von Michael Keul steht und die durch starken Mitgliederwechsel vor knapp zwei Jahren praktisch neu beginnen musste. Nun spielen wieder mehr als 30 Jugendliche mit. Sie überraschten und beeindruckten das Publikum mit einem weitgespannten Repertoire, sowohl was die Musikstile wie Epochen betrifft. Auf der Basis großer Präzision haben die Jugendlichen erkennbar beachtliche spielerische Freiheit und Souveränität entwickelt. Zum Programm zählten neben Marsch und Walzer u.a. auch die Peer Gynt-Suiten von Edvard Grieg und das ebenfalls anspruchsvolle Stück „Montagnas del fuego“ (Feuerberge) von Markus Götz. Die Jugendkapelle Grassau wird sich damit schon in wenigen Tagen einem Wertungsspiel des Musikbundes von Ober- und Niederbayern stellen.
Last, not least: Das Jugendkonzert wurde eingeleitet von der Streicherklasse Grassau unter der Leitung der Geigerin Sabine Weiskirchner – eine Premiere, galt doch die Musikschule Grassau bislang als Hochburg der Bläser. Die zwölf Kinder mit ihren Streichinstrumenten boten mit ihrem Auftritt boten nun ein neues Bild. Daran kann man sich ruhig gewöhnen, klangen doch schon die ersten gespielten Stücke sehr ehrgeizig: das Repertoire des jungen Ensembles umfasst bereits Beethovens „Freude, schöner Götterfunken“ und „Lady Gaga“. Es will ja was heißen, vor fast 200 Zuhörern aufzutreten. Glückwunsch zu diesem Start in der Öffentlichkeit.
Veranstalter des Abends war der Musik- und Gesangverein Grassau e.V., der erst vor wenigen Wochen den Jugendförderpreis seiner Heimatgemeinde erhalten hat. Damit verbunden ist die Anerkennung des Engagements für die ebenso breite wie hochwertige musikalische Jugendförderung. Die Kinder und Jugendlichen zeigten mit ihrem starken Konzert, dass sich der Einsatz gelohnt hat. - ugr